Hotel- und Gaststättenverband Lippe e. V

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Hilferuf des lippischen Gastgewerbes

DEHOGA Lippe fordert konkrete Öffnungsperspektive und direkte Finanzhilfen

(Kreis Lippe) Die Bund-Länder-Schaltkonferenz der Ministerpräsident*innen und der Bundeskanzlerin am vergangenen Donnerstag endete mit einer großen Enttäuschung für das lippische Gastgewerbe. Während Museen, Ausstellungen, Zoos und botanische Gärten wieder öffnen dürfen, wurden in der Konferenz für das Gastgewerbe keine relevanten Beschlüsse getroffen – weder zum Thema Wiederhochfahren noch zu möglichen Hilfen. Der DEHOGA Lippe fordert deshalb mit Nachdruck, dass nun in der nächsten Bund-Länder-Schalte am 6. Mai endlich konkrete Hilfen und Öffnungsperspektiven für das Gastgewerbe beschlossen werden, damit eine nie dagewesene Pleitewelle verhindert werden kann. „Die Lage in der lippischen Hotellerie und Gastronomie ist katastrophal“, erklärt Verbandspräsident Holger Lemke. „Die Branche liegt am Boden. Eine Pleitewelle nie gekannten Ausmaßes droht“. In unzähligen Gesprächen mit den Verbandsmitgliedern aus Hotellerie und Gastronomie wird die Verzweiflung und Existenzangst sehr deutlich. Auch Verbandsgeschäftsführer Kai Buhrke beschreibt die derzeitige Situation als dramatisch: „Die Betriebe brauchen jetzt schnellstens Geld, um am Leben zu bleiben sowie dringend eine Öffnungsperspektive. Die bisherigen Liquiditätshilfen von Bund und Ländern reichten bei weitem nicht aus.“ Eine aktuelle Umfrage des Verbandes zeigt die Situation deutlich. Danach meldet jeder dritte Betrieb, dass die Liquidität weniger als 20 Tage ausreicht um zu überleben. Im Vorfeld der Beratungen der Bund-Länder-Konferenz am 6. Mai weist der Verband zudem auf die schockierenden Arbeitsmarktzahlen der Gesamtbranche hin. So stieg die Arbeitslosigkeit im deutschen Gastgewerbe im April um 208 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das ist die höchste Steigerung aller Branchen der deutschen Wirtschaft. Auch bei der Kurzarbeit sind die Zahlen in Gastronomie und Hotellerie dramatisch hoch. Waren im Februar deutschlandweit 173 Mitarbeiter in Kurzarbeit, so wurden im März und April für über eine Million Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Insgesamt sind jetzt mehr als 95 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Gastgewerbe betroffen. „Vor dem Hintergrund der dramatischen Situation im lippischen Gastgewerbe brauchen wir jetzt angesichts des bevorstehenden Wiederhochfahrens in Österreich sowie der vorgeschlagenen konkreten Öffnungen anderer deutscher Bundesländern dringend eine Perspektive mit konkreten Öffnungszeitvorgaben für unsere Betriebe in Lippe“, bringt es Verbandspräsident Holger Lemke auf den Punkt. Die Branche ist bereit unter Berücksichtigung der Verantwortung für die Gesundheit von Gästen und Mitarbeitern sofort an den Start zu gehen. Es ist daher geboten, am kommenden Mittwoch ein stufenweises „Wiederhochfahren“ der Branche zu beschließen. Dabei sollen alle Betriebe öffnen dürfen, wenn sie die definierten Standards einhalten können. Insbesondere eine Eingrenzung der Öffnungszeiten wäre kontraproduktiv, da sie der wünschenswerten Entzerrung der Gästenachfrage entgegenstehen und zugleich die Zeit, in der Umsätze erarbeitet werden können, unnötig beschränken würde, so der Verband. Der DEHOGA-Lippe fordert für alle Betriebstypen und vor allem für die Betriebe, die aus Gesundheitsgründen unfreiwillig erst später öffnen dürfen oder aufgrund der Abstandsregeln nicht alle Plätze belegen können, dringend und schnellstmöglich einen Hilfsfonds mit direkten Finanzhilfen: „Unsere Branche ist nicht aufgrund individueller Fehler in die Situation geraten, sondern unsere Betriebe wurden geschlossen, um die Gesundheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Da ist ein verzweifelter Hilfeschrei nach staatlichen Mitteln kein „Betteln“, sondern die einzige Möglichkeit, unsere Branche zu retten“, so Verbandspräsident Holger Lemke abschließend.